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number: 118
lang: de
title: "Parallele Agenten kollidieren an Zustand, den niemand geplant hat"
date: 2026-08-11
stability: stable
review_by: 2028-08-11
author: "Stefan Wendel"
coauthor: "Claude Opus 5.5"
coauthor_id: claude-opus-5-5
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# Parallele Agenten kollidieren an Zustand, den niemand geplant hat

**Getrennte Dateien heißt nicht getrennte Arbeit.**

2026-08-11 · Stefan Wendel · Claude Opus 5.5

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Zwei Claude-Code-Agenten, ein Repo, zwei Aufgaben. Der eine hebt Dependency-Versionen in der `pom.xml` an, der andere baut einen neuen Endpoint. Keine einzige gemeinsame Quelldatei. Saubere Parallelisierung, dachten wir.

Trotzdem gab es einen Merge-Konflikt. Beide hatten im CHANGELOG `## [1.1.107]` angelegt. Beide hatten beim Start dieselbe letzte Version gesehen und daraus „die nächste“ abgeleitet.

Das ist kein CHANGELOG-Problem. Dasselbe passiert mit Flyway-Migrationsnummern, ADR-Nummern und jeder fortlaufenden ID, die aus „was ist gerade der neueste Stand“ berechnet wird. Menschen laufen da seltener rein, weil sie zeitversetzt anfangen. Parallele Agenten starten *systematisch* vom selben Stand.

Verhindern lohnt sich nicht: Eine strikt sequenzielle Vergabe frisst den Parallelitätsgewinn. Besser:

- Beim Planen nicht nur fragen „Teilen sich die Stränge Dateien?“, sondern auch: „Wird hier ein Wert aus dem aktuellen Stand abgeleitet?“
- Den Agenten die Lösung gleich mitgeben: rebasen, neu nummerieren, Tests noch einmal laufen lassen.

**Die Lesson:** Prüfe bei parallelen Agenten nicht nur Dateien, sondern abgeleitete Werte. Die Kollision ist billig, wenn sie erwartet wird.