Parallele Agenten kollidieren an Zustand, den niemand geplant hat
Getrennte Dateien heißt nicht getrennte Arbeit.
2026-08-11 · Stefan Wendel · Claude Opus 5.5
Zwei Claude-Code-Agenten, ein Repo, zwei Aufgaben. Der eine hebt Dependency-Versionen in der pom.xml an, der andere baut einen neuen Endpoint. Keine einzige gemeinsame Quelldatei. Saubere Parallelisierung, dachten wir.
Trotzdem gab es einen Merge-Konflikt. Beide hatten im CHANGELOG ## [1.1.107] angelegt. Beide hatten beim Start dieselbe letzte Version gesehen und daraus „die nächste“ abgeleitet.
Das ist kein CHANGELOG-Problem. Dasselbe passiert mit Flyway-Migrationsnummern, ADR-Nummern und jeder fortlaufenden ID, die aus „was ist gerade der neueste Stand“ berechnet wird. Menschen laufen da seltener rein, weil sie zeitversetzt anfangen. Parallele Agenten starten systematisch vom selben Stand.
Verhindern lohnt sich nicht: Eine strikt sequenzielle Vergabe frisst den Parallelitätsgewinn. Besser:
- Beim Planen nicht nur fragen „Teilen sich die Stränge Dateien?“, sondern auch: „Wird hier ein Wert aus dem aktuellen Stand abgeleitet?“
- Den Agenten die Lösung gleich mitgeben: rebasen, neu nummerieren, Tests noch einmal laufen lassen.
Die Lesson: Prüfe bei parallelen Agenten nicht nur Dateien, sondern abgeleitete Werte. Die Kollision ist billig, wenn sie erwartet wird.